Kampagnen-Highlights

All Out vereint Tausende von Menschen zu einer globalen Bewegung für Liebe und Gleichstellung. Wir wenden uns mit Petitionen an Regierungen und internationale Organisationen und setzen uns gleichzeitig online wie offline kreativ für die Rechte von LGBT ein. Hier findest du einige unserer einflussreichsten Kampagnen.

Religion darf nicht diskriminieren!
#FreeTheFive: Freiheit für fünf chinesische Aktivistinnen
Für Gleichberechtigung in Paraguay
All Out bei den Olympischen Spielen in Sotschi
Nein zu „Heilbehandlungen“ gegen Homosexualität
Ugandas schwulenfeindlichstes Boulevardblatt
USA: Transphobisches Gesetz gestoppt
Gleichberechtigte Ehe in Frankreich
CVN: Kein Geld für Hass
Mütter für Gleichberechtigung in Brasilien
Crowdfunding für den Irak
Ende der Zwangssterilisation in Schweden
Das Aus für ein homophobes Gesetz in Uganda
Homophobe „Enthüllungen“ auf TV9


Religion darf nicht diskriminieren!

August 2015

Nachdem die Liebe gesiegt hat, sind gleichgeschlechtliche Ehen heute in allen US-Bundesstaaten legal. Ein Richter in Ohio weigerte sich allerdings, schwule und lesbische Paare zu trauen: Er forderte, Diskriminierung mit Religion entschuldigen zu können.

Daraufhin unterzeichneten 10.000 All Out-Mitglieder eine Petition an die Richter des Supreme Court in Ohio, um sicherzustellen, dass alle Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes in Ohio sich an das Gesetz halten und das Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten, respektieren. Und wir haben gewonnen! Der Ausschuss für Verhalten im Dienst (Board of Professional Conduct) des Supreme Court gab bekannt, dass Richter die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare nicht verweigern dürfen.


Freiheit für fünf chinesische Aktivistinnen

April 2015

Als in China fünf LGBT-Aktivistinnen und Frauenrechtlerinnen festgenommen wurden, verlor das Netzwerk von All Out keine Zeit. Die fünf Frauen waren wegen einer Protestaktion gegen sexuelle Belästigung ohne große Erklärung inhaftiert worden und ihnen drohten bis zu fünf Jahre Haft. Eine der Frauen hatte sich wenige Monate vor ihrer Festnahme maßgeblich an einer Kampagne von All Out beteiligt.

Nachdem 120.000 Menschen eine weltweite Petition unterschrieben und weiterverbreiteten, wurden alle fünf Frauen aus der Haft entlassen.


Für Gleichberechtigung in Paraguay

Juni 2014

Lesben, Schwule und Trans* sind in Südamerika ständiger Gewalt ausgesetzt. Anfang dieses Jahres formulierte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) endlich eine Erklärung zum Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans* vor Gewalt und Diskriminierung.

7.000 Mitglieder von All Out beteiligten sich daraufhin an einer Eilpetition. Unsere Partnerorganisation in Paraguay, SOMOSGAY, organisierte einen Straßenprotest, der auf reges Medieninteresse stieß. Wir übergaben unsere Unterschriften kurz vor der Abstimmung – und erreichten unser Ziel! Der Präsident verkündete, dass er für die Erklärung zur Gleichstellung stimmen würde.


All Out bei den Olympischen Spielen in Sotschi

April 2014

In Russland wurden Gesetze gegen Homosexualität verabschiedet, die zu einem Anstieg von Gewalt gegen LGBT führten: Unsere Freund_innen wurden auf offener Straße angegriffen und von allen Seiten ins Visier genommen. Die Olympischen Spiele in Sotschi waren für All-Out-Mitglieder eine gute Gelegenheit zum Handeln. Weltweit wurden mehr als 1 Million Menschen aktiv, gemeinsam mit gut 13.000 russischen Mitgliedern. Einige unserer Erfolge:

  • Über 50 All-Out-Mitglieder übergaben dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine Petition mit 300.000 Unterschriften. Das IOC konstatierte erstmals öffentlich, dass das Grundprinzip 6 der Olympischen Charta jegliche Diskriminierung auf Grundlage der sexuellen Orientierung verbietet.
  • Um die Nachricht auch in die analoge Welt zu tragen, unterstützten All-Out-Mitglieder weltweit die Kampagne durch das Tragen von Oberteilen aus der „Principle 6“-Reihe von American Apparel. Promis wie Rihanna, Mark Ruffalo und Zachary Quinto posteten Bilder von sich in P6-Kleidungsartikeln in den sozialen Medien. Darüber hinaus beteiligten sich 50 Olympioniken an der Kampagne. Liebe und Gleichstellung gehörten ab sofort zu den Spielregeln.
  • Mehr als 150.000 All-Out-Mitglieder schickten E-Mails an die Geschäftsführung von Coca-Cola und forderten das Unternehmen auf, sich offen von den russischen Gesetzen gegen Homosexualität zu distanzieren. Mithilfe von Crowdfunding finanzierten wir außerdem riesige rollende Anschlagtafeln, um Coca-Cola unsere Nachricht noch eindringlicher vor Augen zu führen. Wir generierten einen enormen Medienwirbel, und drei nationale olympische Sponsoren verurteilten öffentlich die homophoben Gesetze.
  • Die sprachliche Ausrichtung unserer Kampagnen wurde von großen Medienkanälen übernommen und auch von dem britischen Premierminister David Cameron sowie dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in seiner Eröffnungsrede bei den Olympischen Spielen aufgegriffen.

Wir haben Russland unmissverständlich klar gemacht, dass die Welt zusieht – und damit Liebe und Gleichstellung ins Zentrum der globalen Debatte gerückt.


Nein zu „Heilbehandlungen“ gegen Homosexualität

Fortlaufend

Wir alle wissen, dass Homosexualität weder ansteckend ist noch „geheilt“ werden kann – und doch gibt es auf der ganzen Welt extremistische Gruppen, die gefährliche „Therapien“ anbieten, um mutmaßlich „fehlerhafte“ sexuelle Orientierungen „wieder in Ordnung zu bringen“. Weltweit forderten All-Out-Mitglieder die Gesundheitsminister ihrer Regierungen auf, solche „Heilbehandlungen“ öffentlich zu verurteilen, und setzten sich erfolgreich dafür ein, diesen unter dem Deckmantel legitimer medizinischer Praxis arglistig angebotenen Therapien ein Ende zu setzen.

Unsere Kampagne zur Abschaffung von Therapien zur „Behandlung“ von Homosexualität hat international große Aufmerksamkeit erregt. Die ecuadorianische Regierung sagte die Schließung von mehr als 200 Kliniken zu, die „Umwandlungstherapien“ anboten. Der französische Gesundheitsminister verurteilte solche „Behandlungen“ öffentlich. In Argentinien wurde eine angesetzte „Behandlungssitzung“ abgesagt, nachdem in den nationalen Medien über unsere Kampagne berichtet wurde. In China unterstützten wir Xiao Zhen, einen jungen Mann, der gegen eine Klinik vor Gericht gezogen war, die ihn von seiner Homosexualität hatte „heilen“ wollen. Mehr als 100.000 All-Out-Mitglieder brachten die Weltgesundheitsorganisation dazu, sich gegen solche „Heilbehandlungen“ auszusprechen.


Ugandas schwulenfeindlichstes Boulevardblatt

März 2013

Orange, eine der größten Telekommunikationsgesellschaften der Welt, wurde dabei ertappt, eine Werbeanzeige auf der Internetseite eines großen ugandischen Boulevardblattes geschaltet zu haben. Die Zeitung war bekannt für ihren aggressiv schwulenfeindlichen Standpunkt.

Mehr als 85.000 All-Out-Mitglieder wurden aktiv, indem sie eine Petition unterschrieben und Twitternachrichten an Orange sendeten mit der Aufforderung, die Anzeigen umgehend zu löschen. Orange reagierte darauf mit der Ankündigung, sich von dem Boulevardblatt zu distanzieren. Das Unternehmen sicherte außerdem zu, seine LGBT-Mitarbeiter_innen in Uganda angemessen zu schützen.


USA: Transphobisches Gesetz gestoppt

März 2013

All-Out-Mitglieder trugen zum Kippen eines Gesetzentwurfs bei, der im US-Bundesstaat Arizona verabschiedet werden sollte. Er hätte Gefängnisstrafen für Personen vorgesehen, die öffentliche Toiletten nicht gemäß dem in ihrer Geburtsurkunde ausgewiesenen Geschlecht benutzen.

Gemeinsam mit Aktivist_innen in Arizona und dem National Center for Transgender Equality kämpften wir gegen eine zweite Gesetzesvorlage, die es Städten verboten hätte, Schutzmaßnahmen für Personen zu erlassen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder dem Ausdruck ihrer Geschlechtlichkeit in öffentlichen Toiletten Diskriminierung erfahren bzw. von der Benutzung der Toiletten ausgeschlossen werden könnten. Der Abgeordnete, der die beiden Gesetzentwürfe vorgeschlagen hatte, zog sie letztlich beide zurück.


Gleichberechtigte Ehe in Frankreich

Januar 2013

Bevor in Frankreich in einem historischen Votum für die gleichberechtigte Ehe gestimmt wurde, waren vermehrt Stimmen gegen die Gleichstellung laut geworden. Zwar waren mehr als 60% der französischen Bevölkerung dafür, doch homophobe Gruppen verschafften sich lautstark und erfolgreich Gehör. Daher organisierten All-Out-Mitglieder Aktionen zur Unterstützung der gleichberechtigten Ehe in 16 französischen Städten, wodurch sie 4 Millionen Menschen über soziale Medien erreichten. Darüber hinaus schalteten sie eine Anzeige für Gleichstellung in Frankreichs größter Tageszeitung Le Monde, um die öffentliche Debatte kurz vor der Abstimmung im Parlament günstig zu beeinflussen.

Das Gesetz wurde am 18. Mai 2013 angenommen und unterzeichnet. All Out war Ehrengast bei der Hochzeit von Bruno und Vincent – dem ersten schwulen Paar, das sich in Frankreich das Jawort gab. Vive l’amour!


CVN: Kein Geld für Hass

August 2012

CVN ist eine Anwendung, mit der bei einem Online-Einkauf ein Teil des Umsatzes an konfessionelle Organisationen gespendet werden kann. Einige sehr bekannte Markennamen nutzten diese Anwendung, so z. B. Westin Hotels, Hotels.com sowie die Mietwagendienste von Avis und Expedia. Das Problem dabei? Laut Recherchen des Southern Poverty Law Center waren einige der begünstigten Organisationen homophobe Gruppen, die sich gegen die gleichberechtigte Ehe aussprachen und sogar zu Gebeten für die Kriminalisierung von Homosexuellen auf der ganzen Welt aufriefen.

All Out brachte mit kreativen Strategien nach und nach immer mehr Firmen dazu, ihre Zusammenarbeit mit CVN einzustellen. Unsere Mitglieder verbreiteten eine Parodie der Werbekampagne von Westin auf Facebook und posteten dann Tausende personalisierter Nachrichten auf den Facebook-Seiten der verschiedenen Firmen. Innerhalb von 3 Stunden reagierte Westin auf die Kampagne und beendete die Finanzierung von Hass durch CVN. In den darauffolgenden 24 Stunden kündigten auch Avis, Expedia und Hotels.com die Zusammenarbeit mit CVN auf und machten sich ausdrücklich für die Rechte aller Menschen stark, unabhängig von ihrer Identität und sexuellen Orientierung.


Mütter für Gleichberechtigung in Brasilien

April 2012

Als ein brasilianischer Kongressabgeordneter in der Presse verkündete, er hätte „lieber einen toten Sohn als einen schwulen Sohn“, brachte All Out eine Gruppe wundervoller Mütter zusammen, deren Kinder lesbisch, schwul, bi oder trans* sind. Sie sprachen über ihre Erfahrungen und zeigten dem Land, dass LIEBE ein wichtiger Familienwert ist.

Die „Mütter für Gleichberechtigung“ nutzten öffentliche Plätze in Rio de Janeiro, São Paulo und anderen brasilianischen Städten für eine unübersehbare Fotoausstellung. Sie brachten die Debatte bis in den Nationalkongress in Brasília, wo sie an einem Forum zur Rechtsgleichheit teilnahmen. Die engagierten Mütter haben für eine positive Medienberichterstattung über LGBT-Themen gesorgt und eine konstruktive öffentliche Debatte in Brasilien angestoßen.


Crowdfunding für den Irak

April 2012

Im Irak nutzten Milizen sogenannte „Mordlisten“, um Personen aufzustöbern und zu töten, die „verdächtigt“ wurden, homosexuell zu sein. Mitglieder von All Out spendeten innerhalb von nur drei Tagen 60.000 US-Dollar, um die Evakuierung besonders gefährdeter Personen zu ermöglichen.

13 Personen, die unmittelbar in Gefahr waren, wurden an einen sicheren Ort gebracht, wo sie ein neues Leben anfangen konnten. Die niederländische Regierung beobachtete diesen Einsatz und änderte ihre Flüchtlingspolitik ab, um künftig unter ähnlichen Umständen entsprechend reagieren zu können.


Ende der Zwangssterilisation in Schweden

Januar 2012

Wer in Schweden als Trans* identifizierte und sein amtliches Geschlecht ändern lassen wollte, musste eine staatlich verordnete Sterilisation in Kauf nehmen – ohne die Möglichkeit der Bewahrung von Genmaterial. Gemeinsam mit verschiedenen Gruppen und Politiker_innen vor Ort startete All Out die erste öffentliche Kampagne zur Aufhebung dieses Gesetzes.

Mehr als 70.000 Personen beteiligten sich an unserer Petition, was internationales Medieninteresse mit sich brachte. Das Gesetz wurde aufgehoben und Trans* in Schweden müssen sich nun nicht mehr gegen ihren Willen sterilisieren lassen!


Das Aus für ein homophobes Gesetz in Uganda

März 2012

Als das Parlament in Uganda einen Gesetzentwurf vorlegte, der vorsah, Schwule und Lesben für ihre sexuelle Orientierung mit dem Tod zu bestrafen, wurden All-Out-Mitglieder sofort aktiv und starteten eine weltweite Petition. Mehr als 240.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet. Einflussreiche Persönlichkeiten wie US-Präsident Obama und der britische Premierminister David Cameron verurteilten ebenfalls das Gesetz.

Die Verhandlungen im Parlament kamen ins Stocken, doch später wurde die Gesetzesvorlage dennoch angenommen, allerdings ohne die Provision der Todesstrafe. Im August 2014 kippte das ugandische Verfassungsgesetz das Gesetz mit der Begründung, es sei im Dezember nicht von der nötigen Zahl an Abgeordneten verabschiedet worden. All Out arbeitet nach wie vor eng mit Partnern vor Ort zusammen, um die unerschrockene Arbeit ugandischer LGBT-Gruppen zu unterstützen.


Homophobe „Enthüllungen“ auf TV9

Februar 2011

TV9, ein bekannter indischer Nachrichtensender, schockierte die Welt mit seinen verdeckten Ermittlungen gegen schwule Männer mittels verschiedener Online-Kontaktbörsen. TV9-Journalist_innen erfassten Namen, Bilder, sexuelle Vorlieben und sogar die Berufe von Männern, die als „Sklaven eines unnatürlichen Lebenswandels“ beschrieben wurden. Damit gefährdeten sie die gesamte LGBT-Gemeinschaft.

All Out lenkte die Empörung der indischen LGBT-Gemeinschaft in aktive Bahnen: mehr als 1.000 Menschen wandten sich schriftlich an TV9-Chef Ravi Prakesh und verlangten eine öffentliche Entschuldigung. Infolge des starken öffentlichen Drucks, zahlreicher Proteste und einer Klage der Betroffenen war TV9 schließlich gezwungen, 1 Million Rupien Entschädigung zu zahlen und zur besten Sendezeit insgesamt drei öffentliche Entschuldigungen auszustrahlen. TV9 und andere indische Medienkanäle werden es sich in Zukunft sicherlich zweimal überlegen, LGBT auf diese Weise ins Visier zu nehmen.