Gerechtigkiet für Carol Campelo – ein Hassverbrechen, das nicht ungestraft blieb
Nach fast zwei Jahren des Kampfes wurde endlich Gerechtigkeit für Carol Campelo erreicht – eine junge Lesbe, die in Brasilien brutal ermordet wurde.Am 10. Dezember 2023 wurde Carol Campelo, eine 21-jährige Lesbe, in Maranhãozinho im Bundesstaat Maranhão, Brasilien, brutal ermordet. Ihr Körper wurde mit extremen Gewaltspuren aufgefunden, darunter die Entfernung der Haut von Gesicht, Augen und Kopfhaut. Von Beginn an war klar, dass es sich um ein Hassverbrechen handelte, motiviert durch Lesbenfeindlichkeit.
Carol war erst vor Kurzem in die Stadt gezogen, um mit ihrer Freundin zusammenzuleben und ein neues Kapitel ihres Lebens zu beginnen – doch ihre Geschichte wurde grausam beendet, nur wegen dessen, wer sie war: eine Lesbe.
Um sicherzustellen, dass dieses Verbrechen nicht ungestraft bleibt, schloss sich All Out mit der Coletiva LesboAmazônidas zusammen und startete eine Online-Petition mit folgenden Forderungen:
• eine zügige und faire Untersuchung;
• die Anerkennung des Mordes als Hassverbrechen;
• das Vorantreiben des Luana-Barbosa-Gesetzes in Maranhão zur Stärkung des Schutzes lesbischer Frauen vor Gewalt im Bundesstaat.
Mehr als 126.000 Menschen aus der ganzen Welt unterzeichneten den Ruf nach Gerechtigkeit.
Im Mai 2024 nahm das Gericht von Maranhão die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft an, und der Hauptverdächtige wurde formell angeklagt. Dennoch verging mehr als ein Jahr, ohne dass ein Gerichtstermin angesetzt wurde, was den Schmerz der Familie und das Gefühl der Straflosigkeit weiter vertiefte.
Im August 2025, am Vorabend des Nationalen Tages der lesbischen Sichtbarkeit in Brasilien, gewann die Mobilisierung erneut an Kraft. Gemeinsam mit lokalen Aktivist*innen und Carols Familie half All Out bei der Organisation einer eindrucksvollen symbolischen Aktion mit 20.000 roten Rosenblättern – Carols Lieblingsblumen –, um die Aufmerksamkeit der Behörden zu erlangen und ihr Andenken lebendig zu halten.
Und es wirkte: Der Prozess wurde endlich angesetzt!
Am 5. November 2025 – fast zwei Jahre nach dem Verbrechen – wurde endlich Gerechtigkeit hergestellt. Der Mörder von Carol Campelo wurde zu 27 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt, wobei die Tat als Hassverbrechen mit drei erschwerenden Umständen anerkannt wurde. Mehr als 126.000 Unterschriften wurden in die Gerichtsakte aufgenommen, und der Begleitbrief zur Übergabe der Petition wurde im Gerichtssaal von dem Anwalt des Falls laut verlesen – vor den Geschworenen – und spielte eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Verurteilung.
Von globaler Mobilisierung bis zu lokalem Handeln, von direkter Unterstützung für die Familie bis hin zu eindrucksvollen Akten des Erinnerns und des Widerstands – jeder Schritt machte deutlich, dass Carol nicht vergessen werden würde. Ihre Geschichte ist eine schmerzhafte Erinnerung an die Gewalt, die LGBT*-Menschen weiterhin betrifft, aber auch an die Stärke einer Gemeinschaft, die sich weigert, Schweigen und Straflosigkeit zu akzeptieren.
Gerechtigkeit für Carol Campelo zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn wir gemeinsam kämpfen.